5 Jahre Tisch und Teller

Fünf Jahre sind ein kleines, aber feines Jubiläum. Was das Flörsheimer Sozialkaufhaus Tisch & Teller in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit auf die Beine gestellt hat, kann sich sehen lassen: Seit der Eröffnung im Dezember 2009 strömten mehr als 50.000 Besucher in die Verkaufsräume in der Liebigstraße. Sie sind bei der Suche nach erstklassig hergerichteter gebrauchter Ware fündig geworden, haben Schnäppchen erstanden und auch den ein oder anderen Sammlerschatz gehoben. Auch mit eher ungewöhnlichen Maßnahmen wie Lesungen, Ausstellungen oder zuletzt einer Sammelaktion für Fahrräder, die Flüchtlingen zugute kommen, hat sich das Sozialkaufhaus einen Namen gemacht.

 

„Die Menschen hier in Flörsheim und der Umgebung haben uns von Beginn an gut angenommen“, erzählt Solveig Burczik, Leiterin des Diakonischen Werk Main-Taunus. Der Einzugsbereich von Tisch & Teller umfasst längst den gesamten Landkreis und reicht bis nach Mainz und Frankfurt. Das Diakonische Werk ist Träger des Kaufhauses, das ein Qualifizierungsprojekt für Langzeitarbeitslose mit günstigen Angeboten an Möbeln und Haushaltsbedarf nicht nur für finanziell schwache Mitbürger verbindet. Im Auftrag und in enger Kooperation mit dem Main-Taunus-Kreis wurde das Projekt entwickelt und umgesetzt. Einkaufen kann jeder im Sozialkaufhaus, besondere Rabatte gibt es für Hilfeempfänger und Familien mit schwachem Einkommen. „Unsere Kundschaft kommt von Anfang an aus allen sozialen Schichten zu uns, darüber sind wir sehr glücklich“, erklärt Betriebsleiter Ulrich Levin. „Denn genau das wollen und bieten wir an: Waren und Produkte für Jedermann.“

 

Bevor etwas in den Verkauf geht, wird sämtliche Ware gereinigt und technisch geprüft. Hierfür kann sich Levin auf die Hilfe und Mitarbeit der langzeitarbeitslosen Frauen und Männer verlassen, die bei Tisch & Teller auf die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden. „Für viele Mitarbeiter hier ist das Kaufhaus auch

 

ein Anker, der ihrem Leben nach oft jahrelanger Erwerbslosigkeit wieder Struktur gibt“, erklärt Levin und hebt die soziale Verantwortung hervor: „Manch einer weiß gar nicht mehr, wie es ist, gebraucht zu werden. Hier erfahren unsere Mitarbeiter Wertschätzung für das, was sie im Verkauf oder der Werkstatt leisten.“ Für sein Konzept hat Tisch & Teller bereits 2010 den Sozialpreis der Stadt Flörsheim erhalten. Zudem trägt das Kaufhaus auch aktiv zum Umweltschutz bei: Mehrere hundert Tonnen Möbel und Hausrat wurden recycelt, anstatt auf Deponien oder in  Verbrennungsanlagen zu enden. Dank seines guten Rufes dürfen sich Burczik und Levin auch über immer mehr Bürger freuen, die sich ehrenamtlich für das Kaufhaus engagieren.

 

„Für diese ersten fünf Jahre können wir insgesamt ein absolut positives Fazit ziehen“, resümiert Betriebsleiter Levin. „Unsere Kundschaft erkennt an und weiß zu schätzen, dass wir hier Produkte in hervorragendem Zustand verkaufen.“ Gerade Weiße Ware, wie Waschmaschinen und Kühlschränke, bleibt kaum länger als ein paar Tage in den Verkaufsräumen, ehe sich ein neuer Besitzer gefunden hat. Für den sozialen Auftrag des Projektes aber nicht minder wichtig ist der Erfolg bei der Aktivierung und Qualifizierung der Langzeitarbeitslosen für den Arbeitsmarkt sowie die Fort- und Weiterbildung oder Rehabilitation. „Und viele engagieren sich auch nach Beendigung der Maßnahme weiter ehrenamtlich im Kaufhaus“, erklärt Solveig Burczik. Eine Bilanz, die sich sehen lässt und den Verantwortlichen Bestätigung und Motivation für die kommenden Jahre ist.